Es kommt nicht selten vor, da trifft man im Kino auf einem Film bei dem man im ersten Moment denkt “Was soll der Scheiß?” und verlässt den Kinosaal total verwirrt. Mit ein bisschen Abstand kommt man dann allerdings zu dem Schluß, dass man einen richtig geilen Film gesehen hat und bemerkt immer mehr worauf der Regisseur eigentlich hinaus wollte. Was zunächst verwirrend erschien, wird nun immer klarer. Der Film “Sucker Punch” gehört in diese Kategorie.
Zu Beginn des Film wird man auf eine mehr als künstlerische Weise in die Story hineingezogen. Jedes der Bilder weiß zu überzeugen und die hervorragende Hintergrundmusik – eine Adaption des Songklassikers “Sweet Dreams” – lässt einen direkt in die Welt von “Sucker Punch” und seiner zunächst noch unbekannten blonden Hauptprotagonistin eintauchen. Ich will hier nicht zuviel von der Story spoilern, wer allerdings neugierig ist, kann sich ja mal das Video unter diesem Abschnitt zur Gemüte führen. Bilder sagen in diesem Fall ja oftmals doch mehr als nur das geschriebene Wort.
Kurzum das Ganze Szenario endet nach knapp sechs Filmminuten in einer Irrenanstalt. Hier bekommt man dann auch schon den ersten Hammer vor den Kopf geschlagen oder sollte man besser sagen – die Nadel in den Kopf gerammt. Von einem Moment auf den anderen wird aus der Klapse eine Bordell, in dem die Mädchen für Männer tanzen müssen, um ihnen hinterher das Geld aus der Tasche zu ziehen. Unsere noch unbekannte Blondine bekommt hier von der Tanzlehrerin und ihren Kolleginnen den Spitznamen “Babydoll” verpasst.
Das Schüchterne Mädchen soll in fünf Tagen Besuch von dem “Highroller” bekommen. Bis dahin soll sie selbst zu einer perfekten Tänzerin werden. Doch schon bei der ersten Tanzstunde stellt sich Babydolls besonderes Talent heraus und der Kinozuschauer wird zum zweiten Mal total verwirrt. In dem Moment wo der Tanz beginnt, begibt sich der Film auf eine weitere dritte Ebene. Fand man bis dahin schon alles wirr und bizzar, wird jetzt nochmal eine gewaltige Schippe drauf gelegt. Hier geht es nämlich plötzlich in den Kampf gegen riesige Steinninjas und Babydoll erfährt, dass sie für ihren Fluchtplan aus dem Bordell fünf Gegenstände benötigt.
In der Bordell-Realität sind in dieser Zeit alle von Babydolls Tanz total hypnotisiert und dies soll sich später noch zu einem großen Vorteil entwickeln. Nach kurzer Zeit freundet sich Babydoll mit einigen der Mädchen an und überredet sie ebenfalls zur Flucht. Der Plan ist einfach erklärt: Babydoll tanzt und währendessen sollen ihre Kolleginnen die benötigten Gegenstände besorgen. Jeder Tanz führt den Kinozuschauer in verschiedenen Welten. So geht es unter anderem noch in den Kampf gegen ein paar Zombie-Nazis oder gegen einen riesigen Drachen. Ihr merkt schon die Story dreht so richtig ab und mischt Dinge zusammen, die eigentlich nicht zusammenpassen.
Das Ganze endet natürlich in einem etwas zu schnell kommenden Finale, welches noch mit einem ganz besonderen Twist aufwartet, denn schließlich befindet sich Babydoll in der echten Realität immer noch in der Irrenanstalt und soll in fünf Tagen vom Doktor einer “Lobotemie” unterzogen werden. Wie es allerdings zu Ende geht, dass möchte ich in diesem Text natürlich nicht veraten.
Fazit
“Sucker Punch” bietet auf den ersten Blick eine durchwachsene verwirrende Story in der hauptsächlich auf Optik gesetzt wird. Erst mit der Zeit und einigem Abstand erschließt sich einem der Sinn des Films und seine Genialität. Leider wurde an einigen Stellen viel zu stark zusammengeschnitten. Da der Film eine starke “Anime”-Optik verpasst gekommen hat, wurde er zu einer Fassung ab 12 Jahren zusammengeschnitten, damit auch jüngere Zuschauer ins Kino gelassen werden. Ein bisschen mehr Freizügigkeit und ungeschnittene Actionszenen hätten dem Film und seiner erzählten Geschichte durchaus gut getan. Immerhin wurde angekündigt, dass “Sucker Punch” auf DVD und Blu-Ray in einer Fassung ab 16 Jahren erscheinen soll. Dies kann dem Film eigentlich nur gut tun und meine Amazon-Bestellung ist damit schon so gut wie abgeschickt.
“Sucker Punch” ist in der vergangenen Woche in den deutschen Kinos gestartet. Insofern man nicht mit eine gradlinig erzählten Geschichte rechnet, kann ich jedem einen Besuch des Films nur empfehlen.


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